Artenschutz und Artenvielfalt der Meere

Schwer verletzter Delfin überlebt wie durch ein Wunder

Der verletzte Delfin Košara 2013 vor Pašman auf dem Rücken schwimend.

Aufwändige Delfin-Rettungsaktion wurde von der Stiftung unterstützt.

Dramatische Szenen spielten sich im September 2013 nahe der kroatischen Hafenstadt Zadar ab. Über mehrere Tage wurde versucht, einen schwer verletzten Delfin einzufangen.

Das Tier war gezeichnet von Wunden und Wucherungen, die sich über Maul, Rücken und Brust zogen. Reste eines Fischernetzes waren tief ins Fleisch eingedrungen und hatten Entzündungen verursacht. Meeressäuger-Spezialisten von der Uni Zagreb wollten das auf den Namen Košara getaufte Tier von den Netzresten befreien und seine Wunden mit Antibiotika behandeln.

Rettungsaktion schlägt fehl
Leider gelang es damals nicht, den Delfin, trotz sich über mehrere Tage hinziehender wiederholter Anläufe, einzufangen. Er verschwand und wurde nur noch einmal kurz im Jahr 2014 bei der Insel Košara gesichtet, nach der er benannt worden war.

Es grenzt an ein Wunder, dass dieser Delfin es geschafft hat
Der verletzte Delfin Kosara im Sommer 2016 vor Žirje.Košara im Sommer 2016: Die Wunde ist nicht größer geworden und sieht besser aus als vor drei Jahren.
Foto: M. Đuras
Keiner der involvierten Experten und Meeressäugerspezialisten hatte dem Tier eine Überlebenschance gegeben. Es waren ja nicht nur die entzündeten Wunden und Geschwüre sowie an einem Flipper eingewachsene Netzreste, zusätzlich beeinträchtigte ihn auch seine beschädigte Schwanzfluke beim Schwimmen.

Bei der Datenauswertung der Feldarbeit machten die Tierärzte von der Uni Zagreb im Juli 2016 jedoch eine völlig unerwartete, freudige Entdeckung: "Wir haben den Delfin Košara wieder gesichtet." Er wurde im Juli bei der vor Šibenik gelegenen Insel Žirje entdeckt, grob 45 km weiter südlich als bei seiner letzten Sichtung vor drei Jahren.

"Auf den Fotos sieht man nicht genau, ob er noch Netzreste in der Wunde hat. Es könnte sein, dass er sie losgeworden ist. Die Wunde ist nicht größer geworden und sieht besser aus als vor drei Jahren", freut sich Tierärztin Martina Đuras. Die Wucherungen am Rücken sind auch jetzt noch deutlich zu erkennen. "Trotzdem, wir sind sehr froh, ihn lebend zu sehen", fügt sie hinzu.

Reste von Fischernetzen: Tödliche Gefahr für Meerestiere
Sogenannte Geisternetze, Reste zerstörter, von Fischern nicht wiedergefundener oder weggeworfener Netze, werden zu einer immer größeren Gefahr. Fische, Krabben, Meeresschildkröten, Seevögel, Delfine, Haie und sogar Wale verheddern sich ihnen, sterben langsam und qualvoll. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und die UNEP warnten bereits 2009 vor der von Geisternetzen ausgehenden Gefahr für das Meeresökosystem und sahen dringenden Handlungsbedarf, sich des Problems auf internationaler Ebene anzunehmen. Geschehen ist seitdem wenig.
DSM, Ulrike Kirsch, August 2016

Weitere Informationen

Rettungsaktion für schwer verletzten Delfin bei Zadar