Artenschutz und Artenvielfalt der Meere

Mehr Artenschutz für Haie, Rochen und Kaiserfisch

Seidenhai. Foto: Alex Chernikh

Artenschutzkonferenz in Südafrika endet mit Erfolgen für Meerestiere

Auf der Anfang Oktober in Johannesburg zu Ende gegangenen 17. Konferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (engl. CITES) konnten wichtige Erfolge für den Schutz von Haien, Rochen und des Orange-Prachtkaiserfisches erzielt werden.

So finden sich auf CITES-Anhang II jetzt auch drei Arten Fuchshaie, der Seidenhai (Carcharhinus falciformis) sowie neun Arten Teufels- oder Mantarochen wieder. Der Anhang II listet Arten, die vom Aussterben bedroht sein könnten. Der Handel mit diesen Arten oder aus ihnen gefertigten Produkten, ist nur erlaubt, wenn er nachweislich das Überleben der Art nicht gefährdet.

Die Handels-Beschränkungen wurden jeweils mit großer Mehrheit beschlossen. Somit hat CITES seit 2003 immerhin 13 Hai- und elf Rochenarten in seine Anhänge aufgenommen und damit ihren Schutzstatus verbessert – jedes Mal gegen den entschiedenen Widerstand von China, Japan und Island. Es geht also voran beim Haischutz - wenn auch nur in quälend langsamen Schritten.

Ungebrochen hohe Nachfrage nach Hai-Produkten
Schätzungen gehen davon aus, dass jährlich etwa 100 Millionen Haie gefischt werden. Einige Arten erlitten dadurch in den letzten zehn Jahren extreme Populationsrückgänge von 80 Prozent und mehr. Dennoch bleiben die Nachfrage nach Haiflossen, Fleisch und Kiemenblättchen und der mit dem Handel generierte Umsatz hoch, mit steigender Tendenz. Viele Haiarten werden diesen Überfischungsgrad nicht mehr lange verkraften und aussterben.

Mit der neuen Einstufung auf Anhang II wird es fortan immerhin möglich sein, eine gewisse Kontrolle über Handel und Erfassung der betroffenen Arten zu gewinnen. Das ewige Dilemma des internationalen Artenschutzes bleibt dennoch bestehen: Meist muss eine Art erst an den Rand der Ausrottung gedrängt sein, bevor Maßnahmen zu ihrem Schutz verhängt werden.

Handelsbegrenzung auch für Korallenfische
Außerdem wurde auch für Orange-Prachtkaiserfische (Holacanthus clarionensis) der internationale Handel eingeschränkt. Diese prächtigen und bildschönen Korallenfische erzielen Preise von bis zu 3.000 Euro für ein Exemplar und stehen auf der Roten Liste der der Weltnaturschutzorganisation (IUCN) mit dem Status "gefährdet".

CITES

Der Handel von Wildtieren und -Pflanzen und aus ihnen gefertigten Produkten generiert weltweit jährlich fast 290 Milliarden Euro. Die zum Teil enormen Entnahmeraten durch Heimtierhandel, Trophäenjagd oder für Produkte der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) bringen viele Arten an den Rand der Ausrottung. Solange wildlebende Arten nicht explizit durch CITES geschützt sind, dürfen sie international frei gehandelt werden. Die derzeit 183 Vertragsstaaten treffen sich alle drei Jahre zur CITES-Vollversammlung, um über zukünftige Handelsbeschränkungen für bedrohte Arten und aus ihnen gefertigten Produkten zu beraten und zu beschließen. Zu Klassikern gehören dabei die jedes Mal neu entflammenden Diskussionen um Freigaben des Handels mit Elfenbein oder Rhino-Horn (beides bleibt auch nach der 17. CITES-Konferenz verboten).
DSM, 06. Oktober 2016
Foto Seidenhai: Alex Chernikh - Фото Алекса Черных, Гардинес де ла Рейна, Куба

 

Besserer Schutz für Rochen und Haie weltweit