Artenschutz und Artenvielfalt der Meere

Widerstand gegen "Shark City Sinsheim" formiert sich

Seidenhai. Foto: Alex Chernikh

16 Tier- und Naturschutzverbände fordern: Kein kommerzielles Hai-Aquarium in Sinsheim

Das umstrittene Aquarium-Großprojekt "Shark City Sinsheim" sorgt mittlerweile bundesweit für entschiedene Kritik bei Tier- und Naturschützern. Auf Initiative von Pro Wildlife e.V. appellieren 16 Organisationen - darunter auch die DSM - in einem gemeinsamen Brief an Sinsheims Oberbürgermeister Jörg Albrecht, das geplante kommerzielle Hai-Aquarium "Shark City" zu verhindern. Die Organisationen befürchten unter anderem, dass für das Großaquarium Haie aus dem Meer gefangen werden könnten – zumal die Betreiber immer noch keine Angaben darüber machen, welche Arten sie genau ausstellen wollen.

Wissen sie eigentlich, was sie tun?
Noch im Sommer musste man von 40 verschiedenen Hai-Arten, die im "Shark City Sinsheim" untergebracht werden sollten, ausgehen. Mittlerweile rudern die Betreiber, die mit so viel Kritik an der Haltung von Hochseehaien wohl nicht gerechnet hatten, zurück. Sie versprechen, zum Beispiel keine Weißen Haie, Walhaie oder Tigerhaie präsentieren zu wollen. Anscheinend weiß man selbst nicht so genau, was man eigentlich will, denn auf Nachfrage von Pro Wildlife konnte oder wollte Shark City keine Angaben machen, wie viele und welche Arten gehalten werden sollen. Das klingt nicht gerade nach einem insgesamt seriös geplanten Unternehmen.

Bullenhai mit Fischschwarm Fidschi by Lill HaugenBullenhai. Foto: Lill HaugenDie Betreiber von "Shark City Sinsheim" hatten neuerdings angekündigt, den Besatz "größtenteils" aus anderen Aquarien zu beziehen, wollten sich aber nicht festlegen, bei welchen Arten und in welchem Umfang Wildentnahmen erforderlich sind.

Die meisten Hai-Arten sind ungeeignet für die Haltung in Aquarien
Die 16 Organisationen sehen das Projekt kritisch und sprechen sich klar gegen ein kommerzielles Groß-Aquarium mit Haien aus. Sie halten die allermeisten Hai-Arten aufgrund ihrer Lebensweisen und ihres Aktionsradiuses nicht geeignet für eine Haltung in Aquarien für. In dem gemeinsamen Brief heißt es: "Die Überlebensrate vieler Hai-Arten in Gefangenschaft ist außerordentlich niedrig: Viele sterben bereits im ersten Jahr. Aufgrund der immensen Haltungsprobleme gibt es bei vielen Hai-Arten keine Nachzuchten." Selbst Zoos halten deshalb nur wenige Arten.

Im Verbändeschreiben heißt es: "Es ist alarmierend, dass die künftigen Betreiber von Shark City bis heute keinen Besatzplan veröffentlicht haben – Beim fortgeschrittenen Stadium der Bauplanung sollte bekannt sein, welche Tiere hier einmal leben sollen, v.a. wenn man die verschiedenen Haltungsansprüche diverser Hai-Arten bedenkt."

Unterzeichner des Briefes sind:
Aktionsgemeinschaft Artenschutz, Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt, Animal Public, Bund gegen Missbrauch der Tiere, Deutscher Naturschutzring, Deutsche Stiftung Meeresschutz, Deutscher Tierschutzbund, Fondation Franz Weber (Schweiz), Gesellschaft zur Rettung der Delfine, Menschen für Tierrechte Nürnberg, Naturschutzbund (NABU) Sinsheim, OceanCare (Schweiz), Pro Wildlife, Rettet den Regenwald, SAVE Wildlife Conservation Fund sowie Vier Pfoten – Stiftung für Tierschutz.
DSM, Dezember 2016 – Nach Informationen von Pro Wildlife e.V.

Weitere Informationen

>> Verbändebrief zu Shark City, Dezember 2016

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