Fischerei und Jagd auf Meerestiere

Haiflossen-Fischerei – Eine barbarische Fischereimethode

Ein Hai ohne Flossen liegt am Meeresgrund. Foto: Nancy Boucha, www.scubasystems.org 2005/Marine Photobank

Jedes Jahr sterben über 38 Millionen Haie allein wegen ihrer Flossen einen grausamen Tod

Bei der gezielten Haiflossen-Fischerei, dem sogenannten "Shark Finning", schneiden Fischer den Tieren direkt nach dem Fang die Flossen ab, um die schrecklich verstümmelten und nicht mehr schwimmfähigen Tiere anschließend wieder zurück ins Meer zu werfen, wo sie langsam sterben.

Meeresschützer und Wissenschaftler befürchten schon lange, dass angesichts der stark gestiegenen Fänge und der sehr langsamen Reproduktionsrate dieser Knorpelfische – Haie haben nur wenig Nachwuchs und bei vielen dauert es bis zu 25 Jahre bis sie geschlechtsreif sind – den vollständigen Zusammenbruch der Bestände bestimmter Arten.

Blauhaie bald ausgestorben?
Durch seinen hohen Harnstoffgehalt riecht und schmeckt das Fleisch von Blauhaien stark nach Ammoniak, wenn es nicht unmittelbar nach dem Fang verarbeitet wird. Da dies den Fischern meist zu mühselig ist, schneiden sie stets nur die Flossen ab, fast 99 % eines jeden gefangenen Blauhais verschwinden so ungenutzt wieder im Ozean.

Haiflossen gehören zu den teuersten Fischprodukten
Ein Stapel Haiflossen, Hong Kong.Haiflossen gehören bei Preisen von über 200 Dollar pro Kilo zu den teuersten Fischprodukten überhaupt. Doch die Nachfrage übertrifft das Angebot bei weitem. In über 125 Länder werden Haiflossen verkauft, größter Absatzmarkt ist Hong Kong, wo sie als Delikatesse und Statussymbol gelten. Dort kann eine Schale Haifischflossensuppe von bestimmten Arten bis zu 400 Euro kosten. Durch den wirtschaftlichen Aufschwung in Fernost können und wollen sich immer mehr Menschen Haiflossenprodukte kaufen, während dies früher nur einer kleinen wohlhabenden Bevölkerungsschicht vorbehalten war.

Unwirksame Heilmittel aus Haiknorpel
Auch Heilmittel aus Haiknorpel erfreuen sich großer Beliebtheit und heizen die Nachfrage nach Haiflossen zusätzlich an. Dabei sind die als Wundermittel gegen Krebs angepriesenen Pülverchen völlig wirkungslos!

Haischutz kommt nur sehr schleppend voran
Schon vor mehr als 20 Jahren warnten Experten auf der neunten Internationalen Artenschutzkonferenz in Fort Lauderdale 1994, vor der drohenden Ausrottung vieler Haiarten durch die Haiflossen-Fischerei. Geschehen ist seitdem allerdings herzlich wenig.

Und so kämpfen diese den Delfinen in Sachen Unterwassermanövrierfähigkeit in nichts nachstehenden Knorpelfische heute, weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit, um ihr Überleben.
Ulrich Karlowski

Fotos:
Haiflossenstapel auf Karren: Rikke Færøvik Johannessen/Marine Photobank
Hai ohne Flossen am Meeresgrund: Nancy Boucha, www.scubasystems.org 2005/Marine Photobank
Verkauf von Haiflossen, Hong Kong: Jessica King, Marine Photobank

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