Aktionstipps Gesundheit und Ernährung

Aufgespanntes Ringwadennetz, kroatische Adria. Foto: U.Karlowski

Die mit Abstand gefährlichste Bedrohung für das gesamte Leben in den Meeren ist heutzutage die industrielle Fischerei

Gnadenlos wird mit immer größerem Aufwand auch noch der "letzte Fisch" aus dem Wasser geholt. Selbst bis in die Tiefsee dringt man heute mit Grundschleppnetzen vor und zerstört unwiederbringlich einmalige Lebensräume wie Korallenriffe und Lebensgemeinschaften.

Die Beifangraten sind teilweise exorbitant, Meeresschildkröten, Haie, Wale und Delfine landen als unerwünschter Beifang im Netz. Nach Berechnungen der Internationalen Walfangkommission sind es jedes Jahr allein 300.000 Wale und Delfine, die auf diese Weise jämmerlich verenden.

Schätzungsweise 3,2 Millionen Fangboote werden weltweit auf den Meeren und an den Küsten eingesetzt. Doch nur von einem Prozent geht der hauptsächliche Überfischungsdruck aus: Die etwa 35.000 Industrieschiffe fangen über die Hälfte des weltweiten jährlichen Fischfangs und 80 Prozent des gehandelten Fischs. Nach Studien der Welternährungsorganisation (FAO) sind bereits über 70 % der Bestände kommerzieller Fischarten überfischt oder erschöpft.

Aktions-Tipp: Weniger Fisch ist mehr

Logo SAFE für delfinsicher gefangenen Thunfisch.Zum Schutz der Meere und aller Meerestiere bietet es sich an, generell weniger häufig Fisch zu essen und auf Fischarten verzichten, deren Fang unselektiv und mit einer hohen Beifangrate verbunden ist. Umweltorganisationen geben Fisch- und Einkaufsratgeber heraus.

Achten Sie beim Einkauf auf nachhaltig gefangene Produkte, die ein Zertifizierungslabel haben, z.B. FoS (Friend of the Sea) oder MSC (Marine Stewardship Council), SAFE (bei Dosenthunfisch).

Weitere Informationen

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Aktions-Tipp: Bio-Produkte essen

Nährstoffe aus übermäßiger Düngung in der industriellen Landwirtschaft gelangen über Flüsse, direkte Einleitung oder über die Luft in die Meere. Das Überangebot an Nährstoffen wie Stickstoff und Phosphor führt zur Überdüngung (Eutrophierung). Zusammen mit dem vom Klimawandel verursachten Temperaturanstieg der Meere kommt es zu explosionsartigem Wachstum von Algen oder Cyanobakterien (Algenblüte), die sämtlichen lebensnotwendigen Sauerstoff verbrauchen.

2014 stellten dänische Forscher fest, dass sich die sogenannten Todeszonen in der Ostsee auf eine Fläche von 60.000 Quadratkilometern ausgebreitet hatten. Es handelte sich um die weltweit größte Sauerstoffmangelzone menschlichen Ursprungs.

Es hilft nicht nur der eigenen Gesundheit, der Umwelt und dem Tierwohl landwirtschaftlicher Nutztiere, sondern auch dem Schutz der Meere und aller Meerestiere, weniger Produkte aus intensiver Landwirtschaft zu konsumieren. Achten Sie beim Einkauf verstärkt auf zertifizierte Produkte aus biologischem Anbau.