Meeresschutzgebiete - No-Take-Zonen

Karibik-Inseln verbieten kommerzielle Hai-Fischerei

Ein Hai ohne Flossen liegt am Meeresgrund. Foto: Nancy Boucha, www.scubasystems.org 2005/Marine Photobank

Gute Nachrichten für Haie: Neue Schutzgebiete in der Karibik

Die Regierungen der Karibik-Inseln St. Maarten und der Kaiman-Inseln verhängten im Juni 2016 ein Fangverbot für die kommerzielle Haie-Fischerei in ihren Hoheitsgewässern. Gleichzeitig gaben die Curacao und Grenada bekannt, noch im Laufe des Jahres gleichfalls den kommerziellen Fang von Haien verbieten zu wollen.

Damit wird sich die Zahl von Haischutzgebieten auf weltweit 14 erhöhen. Sie umfassen eine Fläche von über 15,5 Millionen Quadratkilometern. Die neuen karibischen Schutzgebiete sind Ergebnis wachsenden Engagements von Karibischen und Pazifischen Staaten, die Ausrottung der Haie zu verhindern und Ergebnis eines internationalen Karibischen Haischutz-Symposium, das in Juni auf St. Maarten stattfand. An dem Treffen von Regierungsvertretern und nichtstaatlichen Haischutzorganisation nahm auch der engagierte Haischützer Sir Richard Branson teil.

Überwachung kritischer Punkt beim Schutzgebietsmanagement
Zu hoffen ist, dass das Fangverbot auch entsprechend überwacht wird, denn illegal operierende Piratenfischer halten sich an keinerlei Regeln oder Verbote. Nur kurz nach Einrichtung der neuen Schutzgebiete entdeckten Philippe Cousteau und seine Frau Ashlan Gorse während Dreharbeiten im weltweit größten Haischutzgebiet bei den Marshall-Inseln, dass hier offensichtlich illegale Fischer am Werk sind und Riffhaie jagen. Das Marshall Islands National Shark Sanctuary ist drei Mal so groß wie Kalifornien, liegt mitten im Pazifik und es ist extrem schwer, zu überwachen. Das wissen auch Piratenfischer, die hier leicht Beute machen können.

Immer mehr Fluggesellschaften weigern sich, Haiflossen zu transportieren
Ein Stapel Haiflossen, Hong Kong.Der legalen wie der illegalen Haifischerei blast der Wind aber auch aus ganz anderer Richtung ins Gesicht. Jetzt gab die Fluggesellschaft Cathay Pacific aus Hong Kong bekannt, dass sie ein Embargo für den Transport von Haiflossen verhängt hat. Cathay Pacific gehört zu den weltweit größten Frachtfluggesellschaften. Meeresschützer erwarten, dass das Embargo einen spürbaren positiven Effekt haben wird. Neben Cathay boykottieren auch British Airways, American Airlines, Qantas, Singapore Airlines und Emirates den Transport von Haiflossen.

Schätzungen gehen davon aus, dass weltweit mehr als 70 Millionen Haie legal und illegal getötet werden. Viele Arten dieser urtümlichen Knorpelfische werden diesen Raubbau nicht überleben. Sie werden für lächerliche Suppen ausgerottet, denn Haiflossen finden in Hong Kong reißenden Absatz, landen dort in Haifischflossensuppen oder werden weiter nach China exportiert, wo sie gleichfalls für die Zubereitung von Suppen verwendet werden.

Nach Regierungsangaben, die die South China Morning Post veröffentlichte, sank der Import von Haiflossen nach Hong Kong zwischen 2010 und 2015 mittlerweile um 42 % auf 5.717 Tonnen.
Ulrich Karlowski
Fotos:
Ein Hai ohne Flossen am Meeresgrund: Nancy Boucha, www.scubasystems.org 2005/Marine Photobank
Haiflossen: Jessica King, Marine Photobank

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