Tourismus - Schifffahrt

Rotes Meer: Delfine endlich vor Massentourismus geschützt!

Verhaltenskodex für Boote bei Delfintouren im Roten Meer.

Schutzzonen und neue Regeln für Delfin-Touren und das Schwimmen mit Delfinen

Einen wichtiger Erfolg für die vor Hurghada lebenden Indopazifischen Großen Tümmler erreichte das von uns geförderte Projekt "Delfinschutz im Roten Meer" der Dolphin Watch Alliance (DWA, Schweiz). Der Gouverneur für das Rote Meer, Generalmajor und Minister Ahmed Abdullah, stimmte einem von der DWA in Zusammenarbeit mit den ägyptischen Behörden und Umweltschutzorganisationen erarbeiteten Verhaltenskodex für Delfinbeobachtungs-Touren und der Einrichtung von zwei Schutzzonen im nördlichen Roten Meer vor Hurghada zu. Die neuen Regularien sind für die Tourenanbieter verbindlich. Die Einhaltung der Schutzzonen, die im September 2016 eingerichtet werden, soll durch Ranger des "Red Sea" Nationalparks durch verstärkte Patrouillen kontrolliert werden.

Unkontrollierter Delfin-Massentourismus vor Hurghada vertreibt Delfine aus ihren Lebensräumen
Der vor Hurghada bislang praktizierte, völlig unregulierte Massentourismus ist für die betroffenen Delfine mittlerweile zur ernsthaften Bedrohung geworden. Auch große deutsche Reiseveranstalter wie FTI beteiligen sich an der touristischen Delfinquälerei. Bootsausflüge zu den Delfinen im Roten Meer, bei denen fast immer auch die Möglichkeit besteht, mit den Meeressäugern zu schwimmen, gehören für viele Touristen zum Höhepunkt einer Ägyptenreise.

Auch Delfine brauchen ihren Schlaf
Ständige hysterische Zuneigungsbekundungen zu vieler begeisterter menschlicher Besucher stoßen bei Delfinen oft auf nur wenig Gegenliebe.Ein überfülltes Schlauchboot hält auf eine Gruppe Delfine zu.Ein überfülltes Schlauchboot hält auf eine Gruppe Delfine zu. Foto: DWA Sie vernachlässigen ihren Nachwuchs, kommen nicht zur Ruhe, haben zu wenig Zeit für soziale Interaktionen untereinander und verschwenden wertvolle Energie beim Versuch, Booten und Schwimmern zu entkommen. Die Tiere sind zunehmend erschöpft und stehen unter enormem Stress.

Erfolg von Forschung und Informationsarbeit
Der neue Verhaltenskodex basiert auf Daten der Schweizer Delfinforscher aus den letzten Jahren. So konnte unter anderem belegt werden, dass die neuen Schutzzonen wichtige Ruheplätze sind, die die Delfine, erschöpft von der nächtlichen Jagd, zum Schlafen aufsuchen. Während ihrer Ruhephasen sollen sie jetzt von morgens bis mittags von Touristenbooten nicht mehr gestört werden. Die Auswirkungen dieser Maßnahmen werden von DWA durch begleitendes wissenschaftliches Monitoring überprüft werden.

Derzeit finden zudem zusammen mit der Nationalparkverwaltung Workshops und Aufklärungsseminare zum neuen Verhaltenscodex für Skipper und Tourenanbieter statt. So sollen sich zukünftig nur zwei Beobachtungsboote gleichzeitig bei einer Delfingruppe aufhalten dürfen.

Auch der bei Guides und Skippern beliebte Einsatz von Schiffshupen, lauten Rufen, Klappern mit Löffeln oder Klatschen wird untersagt. Derartige Lärmquellen werden immer wieder in dem vergeblichen Ansinnen eingesetzt, damit schlafende Delfine anlocken zu können.

Hannes Jaenicke zu Gast bei den Hurghada-Delfinen
Dreharbeiten im Roten Meer für TV-Doku Im Einsatz für Delfine.Dreharbeiten im Roten Meer für TV-Doku "Im Einsatz für Delfine". Foto: DWAÜber die Situation der Hurghada-Delfine und die Arbeit der DWA-Delfinforscherin Angela Ziltener berichtete Hannes Jaenicke in der jüngsten Folge seiner preisgekrönten ZDF-Tierdoku-Reihe "Im Einsatz für Delfine", die am 02. August im ZDF lief.

 

Das DWA-Aufklärungsprogramm zum Schutz freilebender Delfine rund um Hurghada im Roten Meer "Care for Dolphins" gehört zu den von uns im Jahr 2016 geförderten Projekten.
DSM, August 2016

Weitere Informationen

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zdf.de - Infos zur Sendung Hannes Jaenicke: Im Einsatz für Delfine

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